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Mittwoch, 25. März 2009

PODCAST PREMIERE BEI PR ON AIR

Seit heute bin ich offizielles Redaktionsmitglied von PR on Air. Aus Washington werde ich Beitraege auf Englisch und Deutsch fuer das Portal fuer Kommunikationsmanager produzieren. Mein erster Beitrag "New Style of Campaigning" ist auf Englisch.

Hier eine kurze Beschreibung:
Mit seiner innovativen Präsidentschaftskampagne gab Barack Obama den Startschuss für ein neues Zeitalter der politischen Kampagnen. Geprägt von direkter Kommunikation und großem Mitgestaltungspotential der allgemeinen Bevölkerung, waren es die Wähler, die die Kampagnenbotschaft von „Hoffnung“ und „Wandel“ verbreiteten. Besonders in der heutigen US-Medienlandschaft war dies eine notwendige Taktik, da es immer seltener gelingt, die Wähler über die Massenmedien zu erreichen. Opinion Leader sind die Hoffnungsträger einer jeden Kampagne im 21. Jahrhundert. Wortgewandt sowie online und offline gut vernetzt leiten sie die Botschaften an ihr soziales Umfeld weiter.

Hier geht es zum Podcast: "New Style of Campaigning"

Donnerstag, 26. Februar 2009

TRANSATLANTISCHER FREUNDESKREIS

Für das Europa-Magazin des Jugendpresseverbands Deutschland, das gemeinsam mit der Europäischen Kommission produziert wird, steuere ich einen Beitrag zum Wandel der transatlantischen Beziehungen bei.

Auf zwei Seiten betrachte ich, wie es um die Beziehungen der USA und Europa steht, was in den vergangenen Jahren schief gelaufen ist und welche Veränderungen die neue US-Regierung mit sich bringt. Fachkundigen Rat habe ich mir von Rüdiger Lentz, dem Büroleiter der Deutschen Welle in Washington und Präsidenten der Atlantischen Initiative in den USA, Dr. Karen Donfried, Vize-Präsidentin des German Marshall Funds, und Anthony Smallwood, Pressesprecher und Public Diplomacy Experte der Delegation der EU Kommission in den USA, geholt. Erscheinen wird der Artikel Ende März. Sobald die Finalversion steht, gibt es auch einen kleinen Vorgeschmack an dieser Stelle. Vorab muss die Idee als Anreiz genügen.

Mittwoch, 21. Januar 2009

OBAMARAMA

"It's 12:01pm and George W. Bush is no longer the President of the United States of America" Alleine fuer diesen Satz haben sich die Strapazen des Inauguration Day gelohnt. Wie genau mein Tag aussah, das werdet ihr gleich sehen. Vorab schon einmal: Der Tag war lang, anstrengend, und es war kalt. Aber, es war es wert!

Mein Inauguration Day 2009:
4:55am - Der Wecker klingelt
5:37am - Ich verlasse das Haus.
5:46am - Ein netter Busfahrer nimmt mich im Bus mit.
6:01am - Auf in die überfüllte Metro
6:14am - Aussteigen am Metro Center
6:17am - Treffen mit meinen Mitkämpfern Sarah und Hua
6:18am - Anstellen für den Security Check
7:00am - Der Security Check sollte eigentlich die Tore öffnen.
7:30am - keinen Zentimeter weiter
8:29am - Die Tore sind offen
8:35am - verdammt, es war nur die erste Schlange
8:40am - Hua holt Kaffee und dann heißt es warten.
9:01am - aha. 5000 Leute sollen einzeln durch vier Eingänge.
11:26am - Endlich, ich darf als nächste durchs Tor.
11:28am - Jacke auf, Taschen leeren, ab durch den Metalldetektor.
11:31am - ich bin drinnen (auf der Paradenroute)
12:01pm - Moderator spricht entscheidenden Satz über Lautsprecher
12:30pm - Obama stottert bei Amtseid, ich höre über Lautsprecher
1:29pm - Suppe zum Mittagessen nach 43Minuten anstehen.
2:30pm - die Parade soll anfangen, tut sie aber nicht.
3:30pm - "Ladies and Gentlemen, we have a parade"
3:45pm - Die Parade ist bei uns angekommen.
3:59pm - Obama läuft. Ein Medientruck verdeckt die Sicht. *grrr*
4:00pm - Der Truck ist weg. Freie Sicht auf Obama. Bewegend!
4:05pm - fast alle Zuschauer sind weg. Obama ist ja vorbei gelaufen.
4:14pm - Familie Biden stolziert an uns vorbei und winkt.
4:45pm - DCs Bürgermeister sass in Limo.
4:56pm - mir ist zu kalt. ich will gehen.
5:01pm - durch den Ausgang der Sicherheitskontrolle
5:35pm - bis zum Dupont Circle gelaufen
5:36pm - glücklich dank heißer Schokolade im Bookstore
5:47pm - ab in die Metro. Sie ist gar nicht so voll.
6:17pm - zu hause. Kaputt, quengelig, übermüdet, aber glücklich.
6:31pm - noch kurz zu den Nachbarn zum "Chili Ball"
9:15pm - Gute Nacht.

Fotos gibts bei Flickr.

Montag, 19. Januar 2009

PROBELAUF MIT STARS UND MENSCHENMASSEN

Am Lincoln Memorial, wo 1963 Martin Luther King Jr. seine bekannte "I have a dream" Rede hielt, schrieb die Generation Obama am 18. Januar 2009 ebenfalls Geschichte. Mit Staraufgebot von Bruce Springsteen, über Garth Brooks bis hin zu Usher, Stevie Wonder, Shakira und Beyonce feierte Washington DC den Auftakt der Amtseinführung des 44. Präsidenten der USA - Barack Obama.

Unter hohen Sicherheitbestimmungen, pilgerten die Massen zur National Mall, um das Konzert "We are One" live mitzuverfolgen. Ich war eine der Mutigen, die sich bei knapp null Grad mit 4-5 Schichten an Kleidung in ein Michellin-Männchen/Weibchen verwandelt haben und 4 Stunden vor Beginn der Veranstaltung die Reise antraten. Ganz nach vorne habe ich es nicht mehr geschafft. Zum einen weil, das Gebiet direkt vor der Bühne für VIPs reserviert war und zum anderen, weil zahlreiche andere 5-8 Stunden vor mir an der National Mall angekommen waren.


Aber, ich war dabei. Und das ist schon einmal etwas. Barack Obama und Jo Biden haben beide eine Rede gehalten. Zahlreiche weitere Stars, wie Tom Hanks, Denzel Washington, Queen Latifa, und Samuel L. Jackson, haben historische Reden zitiert und die Musikacts angekündigt. Rund um, war es eine nette Sache: U2, the Boss & Co. live und ohne Eintritt zu sehen. Aber selbst einen Tag später spüre ich die Kälte in meinen Knochen. Ich hoffe, das gibt sich bis morgen, schließlich will ich mit einer der ersten Metros Downtown fahren, um einen guten Platz für die Parade zu ergattern.

Donnerstag, 8. Januar 2009

PARTY FÜR BARACK


Am 20. Januar ist es soweit. Die offizielle Amtseinführung des 44. Präsidenten der USA wird mit viel Tamtam zelebriert. Für Washington heißt das, mit einem Massenansturm von Besuchern, Schaulustigen und Historienfanatikern zu rechnen. 4 Millionen Menschen werden erwarten. Um die Massen unterzubringen wird kurzerhand die Innenstadt zur Fußgängerzone. Zwei U-Bahnstationen werden geschlossen, zahlreiche Sicherheits-Kontrollstationen eingerichtet, und strikte Regeln, was wann erlaubt ist und was wann nicht, eingeführt.
Doch was genau passiert eigentlich bei der Party? Und kann ich mit von der Partie sein? Zwei Fragen, die sich im Moment in vielen Köpfen befindet. Los geht es um 11.30 am 20. Jahnuar 2009 vor dem Capitol. Hier wird Barack Obama seine Rede halten. Nach einer ca. 1 1/2 stündigen Pause geht die Parade durch Washington, vom Capitol zum Weißen Haus, los. Alle der 200.000 US-Staatsbürger, die ein Ticket für die vorderen Plätze gewinnen konnten, sind vermutlich in der Lage, die Rede direkt mitzuverfolgen.
Für das verbliebene Fußvolk und die nicht US-Staatsbürger, denen es generell das Anrecht auf Karten untersagt ist, heißt es, warm anziehen und früh in Richtung National Mall pilgern um möglichst weit vorne zu stehen. Vorne heißt in diesem Fall 500m oder mehr entfernt, weil der andere Teil ja für die "elitären Karteninhaber" reserviert ist. Ob von dort tatsächlich etwas zu sehen sein wird, ist zu bezweifeln. Großleinwände sollen aushelfen. Die Washington Post hat auf ihrer Karte recht anschaulich dargestellt, wer, wann, wo sein sollte, um die größt mögliche Chance, einen Blick auf IHN - Obama - zu erhaschen, zu haben.
Neben dem vermutlichen Mangel an direkter Sicht muss der Inauguration-Begeisterte zudem zahlreiche Regeln beachten. Das Inaugural Committee, das Planungskomitee der Veranstaltung, weist auf der Webseite darauf hin, dass es kalt werden kann, Zwiebeltechnik beim Anziehen ist empfohlen. Zudem kann es regnen, Regenschirme sind allerdings nicht erlaubt. Ponchos und andere regen feste wird empfohlen. Kameras und Handys sind erlaubt, allerdings keine Kamerataschen. Das Handy soll zudem auf lautlos stehen, sobald die Veranstaltung beginnt (ist klar, bei 4 Millionen Leuten fällt ein Handy klingeln auf...) Zudem verboten sind: Gehstöcke, Alkohol, Tiere, Poster, Plakate, Taschen, und und und. Das übliche halt.
Bei all den Verboten und den schlechten Aussichten (im wahren Sinne des Wortes) stellt sich für mich die Frage, ob ein Trip Downtown in übefüllter Metro überhaupt Sinn macht. Ich werde es wohl vom Wetter abhängig machen. Bei Regen oder Schnee und eisigen Minusgraden ziehe ich vielleicht einen warmen Schauplatz vor. Geschichte wird Barack Obama mit oder ohne mich schreiben. Doch ich werde alles tun, um ihn live zu sehen, die Stimmung in der Stadt aufzufangen und ein Teil der Geschichte zu sein.

Dienstag, 6. Januar 2009

NOCH IM AMT ABER SCHON SO GUT WIE WEG

Alle, die kurz vor Obamas Amtseinführung noch einmal auf die "Glanzmomente" von George W. Bush zurück blicken wollen, sollten sich den Op-Ed Artikel von Frank Rich in der New York Times vom 4. Januar 2009 durchlesen. "A President Forgotten but Not Done" hat mich zum lachen gebracht und gleichzeitig wieder andauerndes Kopfschütteln ausgelöst. Wer Zeit hat und der englischen Sprache mächtig ist, der sollte den Artikel auf jeden Fall lesen!
Published: January 4, 2009
You start to pity George W. Bush until you remember the vast wreckage that stretches from the Middle East to Wall Street to Main Street.

Dienstag, 25. November 2008

DANKE FÜR DIE INFO, BARACK

Im Zeitalter der neuen Medien ist man nicht einmal mehr auf die Printmedien angewiesen, um wichtige Bekanntmachungen mitzubekommen. Ganz einfach über E-Mail erhält man die neuesten Informationen vom Kampagnen-Manager persönlich frei Haus in die Mail Inbox, vorausgesetzt, man ist bei BarackObama.com registriert. Hier meine Nachricht von heute, Nov. 25, 2008:
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Nina --

Today and yesterday, President-elect Barack Obama announced key members of an economic team tasked with creating jobs, stabilizing the economy, and getting our country back on track.

Barack is bringing together some of the best minds in the country to make swift progress on the economic challenges we face.

Timothy F. Geithner, president and CEO of the Federal Reserve Bank of New York, will serve as Secretary of the Treasury. Lawrence H. Summers, former Secretary of the Treasury under President Clinton, will serve as Director of the National Economic Council.

Christina D. Romer will serve as Director of the Council of Economic Advisers, Melody C. Barnes will serve as Director of the Domestic Policy Council, and Heather A. Higginbottom will serve as Deputy Director of the Domestic Policy Council.

Peter Orszag, currently Director of the Congressional Budget Office, will serve as Office of Management and Budget Director, and Rob Nabors will serve as Deputy Director.

Watch the video of Barack's announcement yesterday and learn more about the economic team

Barack's economic team has already begun work on a recovery plan, and he'll provide progress updates in the coming weeks. He'll also provide their initial recommendations to the incoming Congress.

You'll be instrumental in generating support to pass legislation that puts America on the road to recovery.

While we can't underestimate the challenge we face, we also can't underestimate the opportunity we have to bring the change our country needs.

Thanks,

David

David Plouffe
Campaign Manager
Obama for America
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Samstag, 8. November 2008

TIPP FÜR NACHTSCHWÄRMENDE BÜCHERWÜRMER

Ein Abstecher zu Kramerbooks ist ein Muss für jeden, der nach regulären Öffnungszeiten am Dupont Circle gestrandet ist. So war es gestern Abend auch unser Ziel. Hoch oben über den Bücherregalen rockte ein Mit-fünfziger. Der Geruch von frischem Kaffee und leckerem Kuchen versüßte doch gleich das Stöbern. Mein Fundstück des Abends:

Best American Political Writing“ von Todd S. Purdum (2008). Der Reiseführer sagt:


„Fuehrt mehr als Mainstream-Sortiment, besonders politische Bucher… Nicht nur Buchladen, sondern auch intersanter Treffpunkt. Cafe mit Internetstationen und einem Restaurant. Am Wochenende rund um die Uhr geoeffnet. Livemusik Mi-Sa abends.“


www.kramers.com, 1517 Conneticut Ave., NW, Washington

Montag, 3. November 2008

Courting the Amish vote

McCain targets new voter group to win battleground states back from Obama

Peter Allgyers lives in Lancaster, PA and decided to vote in the presidential election. Even though this is not a big decision for most Americans at the age of 31, for Allgyers it is crucial. He is Amish. Like most of his community fellows he lives without telephone, electricity and usually doesn’t vote. In 2008 however, Allgyers skips his pacifist conviction and votes for John McCain.

Allgyers is not the only Amish choosing to step to the ballot box this year. The McCain/Palin ticket appeals to the Amish community. The campaign’s focus on social issues and pro-life arguments galvanize an increasing number of Amish to register to vote. Lancaster County is the home to 27,000 Amish. It doesn’t take a genius to see the huge potential for the Republican ticket, especially in a battleground state like Pennsylvania.

Recent polls see Obama with a double-digit ahead in the Quaker State. But the Amish vote could still turn the table on November 4. Amish voters are not included in polls. Their actual impact can only be estimated on Election Day. Imagine the disaster of Obama loosing the state because his supporters trusted the polls and stayed at home on Election Day. Democratic supporters need to overcome the poll’s enchantment and go voting for their candidate.

The Amish belief in remaining separate from the modern culture has kept the religious group at a distance from American politics in the past. They migrated to the United States in the 18th century due to a religious movement in central Europe. As part of their faith, they attempt to preserve the rural culture of 17th century Europe and therefore avoid many features of the modern society. They neither believe in the use of telephone nor in contacts with the “outside world”. The Amish have isolated themselves from the American culture and created their own subculture.

But things change over time. Just like every other society, the Amish find themselves in a process of modernization. Especially the younger generation reinterprets the imposed rules. One Amish rule says that the houses should not be connected with telephones to the outside world. While the conservative interpretation was that Amish should not use telephones at all, the more recent one is to simply not install telephones in the houses. Peter Allgyers has built a telephone booth in his backyard. He thereby respects the traditional Amish belief but also benefits from the use of the telephone.

The younger generation of Amish also rethinks its participation in the electoral system. The interest in the candidates increases steadily among the young. Crucial aspects of the Amish conviction are reflected in the Republican campaigns. Sarah Palin’s firm position against abortion and her strong bond to the religious belief are highly valued among the Amish. “Knowing that my core values are represented by the Republican candidates motivates me to vote;” says Allgyers. “I don’t feel like breaking a rule by voting for the core values I believe in.”

Algyers first learned about American politics in 2004 when George W. Bush came to his house to talk about family values and religion. “When he confessed that his belief in God and his prayers helped him to overcome any obstacles I was convinced to support him,” says Allgyers. Bush excessively courted the Amish vote in his 2004 campaign. Visiting Lancaster County and talking directly to the Amish was part of his overall strategy to win religious votes over. In 2004 Allgyers missed the registration deadline but ever since the meeting with President Bush he spoke up for the Republican Party in his community.

In 2008 John McCain and Sarah Palin follow Bush’s strategy and target the religious votes. Their rally in Lancaster on September 9 attracted many Amish community members. Allgyers’s engagement for the McCain/Palin ticket has motivated his fellows to register to vote as well. Since polls in Lancaster don’t use electronic voting machines, there are no technical obstacles that would keep Amish voters away from voting.

The Democratic candidate Barack Obama and his running mate Joe Biden need to act in order to keep the lead in Pennsylvania. Due to the mobilization of the Amish vote, they could lose decisive electoral votes for the battleground state election. Although the 2004 election had a positive outcome for the Democrats in Pennsylvania, their candidate John Kerry won by only two percent. The Amish have formed a strong supporter base for the Republican Party in Pennsylvania since 2004.

The state of Ohio, where the second largest Amish community lives, has had more and more Amish show interest in this year’s presidential election. Overall, there are approximately 180,000 Amish living in the United States, and once Amish decide to vote, they vote Republican in an overwhelming majority of 99 percent.

The chances for the Democratic ticket to woo the Amish vote are almost impossible. For the democratic voter base in the swing states it is even more important to vote on November 4 and not rely on the positive enchantment, that recent polls have caused. The only voting poll that counts is the final one on Election Day. Peter Allgyers is going to vote for the first time in his life. He will vote for John McCain.

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This story was an assignment for my Public Communication Writing Course. "Peter Allgyers" is a fictive character. However, the content of the story is based on background interviews with Amish community members in Lancaster, PA as well as on internet research.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Marketing Uncle Sam


Das Image der USA im Ausland ist – um es glimpflich auszudrücken – am Boden. George W. Bush hat seinen erheblichen Teil dazu beigetragen. Die Lösung des Problems heißt Public Diplomacy. Bei einer Buchvorstellung samt Panel Diskussion versuchten Public Diplomacy Experten darzulegen, wie das Image im Ausland auf Vordermann gebracht werden kann, und (dank meinem Beitrag zur Diskussion) welche Auswirkungen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl auf das Image hat.


Sherry Mueller, Präsidentin des Council for International Visitors, ist der Meinung, dass die USA mehr in internationale Beziehungen auf der Ebene der Buerger investieren müssten. Austauschprogramme wie Fulbright oder das National Council Leadership Program seinen essentiell. Das Stichwort hier lautet: citizen diplomacy eng mit public diplomacy verknüpfen.


Ronda Zaharna, Associate Professor an der AU School of Communication und meine Dozentin für International PR im kommenden Semester, fordert mehr Anpassung und Verstaendnis fuer die internationale Gemeinschaft. Von der kommunikationswissenschaftlichen Perspektive sagt sie, dass Kommunikation ein fundamentaler Bestandteil einer jeden kulturellen Gemeinschaft ist. Es gibt aber fundamentale kulturelle Unterschiede in Sachen Kommunikation, die beachtet werden müssen.


Robert Kelly, Assistant Professor an der AU School of International Service, macht klar, dass „Uncle Sam“ nicht genau so vermarktet werden kann wie „Uncle Ben’s Reis“. Pure Marketing- oder Brandingstrategien funktionieren seiner Meinung nach nicht für ein Land wie die USA. Das Hauptproblem sieht er darin, dass bei Marketingstrategien keine Beziehung zwischen Verkäufer und Käufer aufgebaut werden kann. Die Kommunikation und die Beziehung seien aber grundlegend wichtig.


Nachdem die Experten mehrfach betont hatten, wie historisch wichtig die Wahl kommende Woche sei, musste ich nachhaken. Obama ist extrem beliebt in Europa. Alleine wenn er– und ich hoffe und glaube daran, zum 44. Präsident der USA gewählt werden sollte, könnte das Image der USA in Deutschland, und in Europa ins positive rücken. Meine Frage an die Experten also: Als wie wichtig und einflussreich ist das Wahlergebnis auf das Image der USA einzuschätzen? Robert Kelly sagt, dass es sicherlich einen positiven Effekt hat, wenn Obama gewählt wird. Allerdings muss die Zukunft im Amt erst einmal zeigen, was Obama tatsächlich bewirken kann. Sherry Mueller bestätigt das und sagt, dass die Hoffnung da ist, die Gefahr , ob der großen Erwartungen enttäuscht zu werden, aber ebenso groß ist.


Letzten Endes kommt es wohl auch drauf an, wen Obama als Berater in Sachen Public Diplomacy wählen wird und ob er die Erwartungen erfüllen kann. In Bill Clinton wurde auch einst viel Hoffnung gesteckt, das Image der USA zu verbessern. Allerdings war es Clinton, der in seiner Amtszeit die US Information Agency 1999 dicht gemacht hat und somit die Möglichkeiten für die USA in Sachen Public Diplomacy erheblich eingeschränkt hat.

Lasst uns einfach hoffe, dass die US Buerger am 4. November die richtige Wahl treffen und dass Obama unseren Erwartungen gerecht werden wird.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Wie die Millenials die US-Wahl beeinflussen

Meine Eindrücke zur Panel-Diskussion auf meinem Campus


Der Präsidentschaftswahl 2008 schreibt Geschichte in vielerlei Hinsicht: Barack Obama wäre der erste dunkelhäutige Präsident; Sarah Palin die erste Frau als Vizepräsidentin. Aber nicht nur die Kandidaten, sondern auch die Wähler geben der Wahl 2008 eine besondere Note. Eine neue Generation von politisch interessierten Jungwählern ist auf dem Vormarsch und scheinbar über Nacht herangewachsen.


Auf dem Panel: Cornell Belcher, Emily Freifield, Jane Hall, James Kotecki, Heather Smith, David Winston (v.l.n.r.)


Eine Studie von Rock the Vote zeigt, dass 92% der jungen Wähler (18-29) in Ihrer Freizeit mit Freunden oder Familienmitgliedern über die Wahl sprechen. Politik scheint auf einmal „cool“ zu sein. Wer „cool“ ist, hat eine Meinung zur Wahl, zu den Kandidaten oder zu den Issues.


Diese Meinung bleibt nicht verborgen. Im Gegenteil: Auf T-Shirts, ob nun im Hip-Hop XXL-Format, oder punkigen neonfarbenen Style, bekennen sich die Studenten offenkundig zu ihrem Wunschkandidaten. Die Wahl motiviert uns. Uns, die Millenials, die in einer Zeit von Web 2.0, 9/11 und Facebook aufgewachsen sind. Ich sollte es doch vor allem wissen und sehen. Schließlich studiere ich am „most politically active campus“ in den USA. Das ergab eine Umfrage des Princeton Review.


Doch scheint es nur so, dass die jungen Wähler eher auf Barack Obama stehen als auf John McCain? Nein, es ist tatsächlich so. Das ist zumindest das Fazit der Panel-Diskussion „Youthquake 2008“, die heute auf meinem Campus stattgefunden hat. James Kotecki von Politico erklärt es sich so: Die Demokraten seien den Republikanern in Sachen neuer Medien einen Schritt voraus. Die demokratischen Wähler seien sowieso eher Internet-phil und somit eher dazu geneigt, die neuen „features“ zu benutzen.


Darueber hinaus ist Obama eher ein Teil der Millenials als McCain. Vor allem die jungen Wähler finden sich in seiner Kampagne wieder. Das bestätigt auch eine Umfrage von Gallup, USA Today und MTV, die mit Unterstützung meiner Uni durchgeführt wurde. Selbst der republikanische Pollster David Winston musste auf dem Panel eingestehen, dass die jungen Wähler „eher für als gegen etwas wählen wollen“. Nimmt man die zunehmend negativen Kampagnenwerbespots von McCain, ist es nachvollziehbar, dass wir, die Millenials lieber für „Change“ wählen.


Wie einflussreich die Stimmen der Jungwaehler wirklich sein werden, wird sich wohl erst am Wahltag selbst zeigen. Was feststeht, ist allerdings, dass Obama es geschafft hat, die Jungen in seinen Bann zu ziehen. Rock the Vote hat auch seinen Teil dazu beigetragen. Bis heute hat die Organisation knapp 2,4 Millionen Wählern dabei geholfen, sich fuer die Wahl zu registrieren. Eine Glanzleistung, meiner Meinung nach. Auch wenn das ganze Konzept, sich registrieren zu müssen, mir vollkommen überflüssig erscheint. Aber das ist eine andere Diskussion.


Montag, 29. September 2008

Foreign policy - "Alaska is right over the border"


Zum Glueck ist Governor Palin noch rechtzeitig bei den Republikanern an Bord gegangen. Wie haetten die Welt sonst je erfahren, dass Alaska Russlands Nummer Eins Angriffsziel ist. Frei nach dem Motto, wer rueber gucken kann, der weiss auch was drueben passiert, haspelt und stottert sich Palin durch das Interview mit Katie Couric. Wer glaubt, dass das alles nur ein Sketch von Saturday Night Live ist, der taeuscht sich. Manchmal ist das Original sogar noch besser als die Parodie. Aber urteilt selbst:


Mittwoch, 17. September 2008

"I probably should have wanted it more"

Die beste Palin Parodie, die es bislang gibt. Saturday Night Life: Hillary und Palin. Schaut selbst:


Donnerstag, 28. August 2008

No way. No how. No McCain.


"Eight is Enough!"
Etwas elektriesiert von Obamas Abschlussrede bei der National Convention der Demokraten finde ich jetzt gerade ein wenig Zeit meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Hat er sich nicht gut geschlagen?? Ich finde schon! Dem McCain hat er doch glatt mal all die Argumente gegen Obama zu Nichte gemacht. Weiter so.

Mit Vollgas in der ersten Woche
Die letzten Tage waren, wie soll ich es sagen, recht intensiv. Die Uni ist in vollem Gang. Zigtausend Seiten zu lesen, viel zu schreiben und noch viel mehr zu lernen. So verteilen Professoren gerne ihren Vorlesungplan mit dem Kommentar "Your Bible for this class". Etwas Wares ist ja immer dran. Wer hier ein assignment verpasst, das vorgeschribene Lesepensum nicht erfuellt oder gar - und Gott beware mich davor - eine deadline nicht einhaelt, der hat gleich mal verkackt.

Von Nightclasses zur Convention
Zu meinem Glueck haben es die Dozenten die Woche noch gut mit uns gemeint. Sie haben nicht , wie vorgeschrieben, den Kurs bis um 10:40Uhr abends durchgezogen, sondern uns so frueh rausgelassen, dass ich trotz 20 Minuten Fussweg noch rechtzeitig zu Clintons, Michelles und
Barack Obamas Rede zu Hause war. Nur Biden hab ich verpasst. Aber wozu gibt es You Tube & Co.? Dank flickr.com und den creative commons strahlt jetzt ja auch Obama von meiner Seite.

Alles im Lot
Ihr seht, hier geht alles so seinen Weg. Noch ein wenig ueberfordet bin ich ob des enormen Pensums, das ich zu erfuellen habe. Aber ich denke, wenn der Lernplan steht, dann passt das schon. Ist ja irgendwie ein Full-Time-Job, hier zu studieren, nicht wahr? Morgen gibt es dann Neuigkeiten in Sachen Teaching Assistantship. Bin sehr gespannt, wem ich zugeteilt wurde und was meine Aufgaben sein werden... Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Samstag, 16. August 2008

Was Eichhörnchen und Obama-Fans verbindet

Washingtons Alphabet
Am zweiten Tag ging es zum Weißen Haus. Nicht auf die einfache Variante (rein in die Bahn, raus aus der Bahn und ein Stück laufen). NEIN. Ein ca. 1 1/2 Stunden Marsch Downtown entlang der Conneticut Avenue sollte es sein. So bekommt man am schnellsten ein Gefühl für die Stadt, sagt Martha. Und es stimmt. Einen Stadtplan braucht man fast gar nicht hier. Die Straßen sind alphabetisch angeordnet. Bei A Street und 1st Street gehts am Capitol los. Avenues laufen diagonal, Straßen (a-z) horizontal und nummerierte Straßen vertikal. Nach dem einsilbigen Alphabet kommt das zweisilbige (Bsp: Quebec im Gegensatz zur Q Street). So einfach ist das. Nur die Roads, die sind die Ausnahme. Die verlaufen wie sie wollen. Was haben wir gelernt? Ich wohne 26+17 Straßen nördlich vom Capitol ;)

Zeit für ein Gespräch?
Viel Zeit, um die Stadt auf unserem Weg ausgiebig zu betrachten, blieb gar nicht. Vor allem im Zentrum (Z-E Street) überfielen uns relativ junge und scheinbar sehr überzeugnte Obama-Wähler mit Fragen: "Have you registered to vote?" - "Hey guys, do have a couple of minutes to talk to me about Barack Obama?" - "Guys, do you know what the Democratic National convention is?".... Ich konnte es ja vorher nie so ganz glauben, was man so alles vom US Wahlkampf ließt, aber es ist echt so... Überall kämpfen sie für die Stimmen. Nicht verwunderlich, dass Marco den Kommentar fallen ließ: "Hier gibt es ja fast soviele Obamawähler wie Eichhörnchen!". Treffend. Denn die Eichhörnchen sitzen hier überall...

Klare Aussage
Am Seitenflügel vom Weißen Haus entdeckten wir zwischen einigen knipsenden Touristen und friedlichen, in georgische Flaggen eingehüllten Protestanten, jemanden, der dem Weißen Haus in Sachen Fotomodell glatt die Show gestolen hat. Ob jemand direkt von den doch recht präsenten Polizisten eingesammelt worden wäre, wenn er sich händehebend neben ihn gestellt hätte, kann ich nicht sagen. Ich wollte es nicht ausprobieren - vor allem nicht, weil mein Pass wohnbehütet im Koffer zu Hause lag :)